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Livekritik zu

Wiener Philharmoniker, Georges Prêtre

15.01.2013 | Berlin [ Tiergarten ] / Philharmonie Berlin - Großer Saal
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cgohlke
am 21.12.2018

Der goldene Klang

Die Wiener Philharmoniker und Riccardo Muti in Berlin

Einmal im Jahr ehrt das Konzerthaus in Berlin einen Künstler mit einer Hommage – heuer allerdings wurde gleich einem ganzen Orchester diese Ehre zuteil, nämlich den Wiener Philharmonikern. Das Orchester war schon häufig im Konzerthaus am Gendarmenmarkt zu Gast, der in seiner klassizistischen Architektur (der Entwurf stammt von Schinkel) ja auch ein wenig an das Stammhaus der Wiener Philharmoniker, den Musikverein, erinnert. Mit mehreren großen Orchesterkonzerten, aber auch mit kammermusikalischen Beiträgen ist der exzellente Klangkörper aus Österreich in Berlin vertreten.

Nun war das Orchester unter der Leitung von Riccardo Muti zu erleben. Zwei sozusagen typisch wienerische Werke standen dabei auf dem Programm. Zunächst konnte man bei Mozarts Flötenkonzert in G-Dur (KV 313) erleben, dass Mozarts Musik auch ohne einen historisch informierten Zugang lebendig, interessant und leicht klingen kann. Unangestrengt und spielerisch glückte der erste und vor allem der dritte Satz. Karl-Hein Schütz, als Solo-Flötist des Orchesters Nachfolger des berühmten Wolfgang Schulz, überzeugte dabei mit einem klaren, direkten, leuchtenden Ton ohne viel Luft. Sehr schön gelang das Zusammenspiel mit dem charmanten, unaufdringliche Akzente setzenden Orchester. Vielleicht geriet das Adagio ein wenig zu sämig und spannungslos, aber das Rondo-Finale beglückte umso mehr mit tänzerischer Anmut und perfekter Tongebung.

Anton Bruckners 7. Sinfonie folgte nach der Pause. Muti wählte für den Kopfsatz ein sehr gemessenes Tempo, doch gerade diese Ruhe ermöglichte ungemein kraftvolle Steigerungswellen und einen durchhörbaren, fein austarierten Klang, in dem solistische Einzelheiten immer wieder als instrumentale Kostbarkeiten aufleuchteten. Die Transparenz war dabei dem großen, pathetischen Ausdruck keinesfalls hinderlich, wie das wirklich sehr langsame und sehr feierliche Adagio (so Bruckners Satzbezeichnung) zeigte. Die weichen, warm intonierten Bläserstimmen zum Ausklang des Satzes sind schöner und zugleich eindringlicher kaum denkbar. Dazu bildete das wilde Scherzo den denkbar schärfsten Konstrast. Muti und das Orchester kennen und schätzen sich, so dass der Dirigent mit wenigen, gezielten Gesten von den großartigen Musikern bekommt, was er sich wünscht. Ein tiefer Eindruck.

Der goldene Klang

Die Wiener Philharmoniker und Riccardo Muti in Berlin

Einmal im Jahr ehrt das Konzerthaus in Berlin einen Künstler mit einer Hommage – heuer allerdings wurde gleich einem ganzen Orchester diese Ehre zuteil, nämlich den Wiener Philharmonikern. Das Orchester war schon häufig im Konzerthaus am Gendarmenmarkt zu Gast, der in seiner klassizistischen Architektur (der Entwurf stammt von Schinkel) ja auch ein wenig an das Stammhaus der Wiener Philharmoniker, den Musikverein, erinnert. Mit mehreren großen Orchesterkonzerten, aber auch mit kammermusikalischen Beiträgen ist der exzellente Klangkörper aus Österreich in Berlin vertreten.

Nun war das Orchester unter der Leitung von Riccardo Muti zu erleben. Zwei sozusagen typisch wienerische Werke standen dabei auf dem Programm. Zunächst konnte man bei Mozarts Flötenkonzert in G-Dur (KV 313) erleben, dass Mozarts Musik auch ohne einen historisch informierten Zugang lebendig, interessant und leicht klingen kann. Unangestrengt und spielerisch glückte der erste und vor allem der dritte Satz. Karl-Hein Schütz, als Solo-Flötist des Orchesters Nachfolger des berühmten Wolfgang Schulz, überzeugte dabei mit einem klaren, direkten, leuchtenden Ton ohne viel Luft. Sehr schön gelang das Zusammenspiel mit dem charmanten, unaufdringliche Akzente setzenden Orchester. Vielleicht geriet das Adagio ein wenig zu sämig und spannungslos, aber das Rondo-Finale beglückte umso mehr mit tänzerischer Anmut und perfekter Tongebung.

Anton Bruckners 7. Sinfonie folgte nach der Pause. Muti wählte für den Kopfsatz ein sehr gemessenes Tempo, doch gerade diese Ruhe ermöglichte ungemein kraftvolle Steigerungswellen und einen durchhörbaren, fein austarierten Klang, in dem solistische Einzelheiten immer wieder als instrumentale Kostbarkeiten aufleuchteten. Die Transparenz war dabei dem großen, pathetischen Ausdruck keinesfalls hinderlich, wie das wirklich sehr langsame und sehr feierliche Adagio (so Bruckners Satzbezeichnung) zeigte. Die weichen, warm intonierten Bläserstimmen zum Ausklang des Satzes sind schöner und zugleich eindringlicher kaum denkbar. Dazu bildete das wilde Scherzo den denkbar schärfsten Konstrast. Muti und das Orchester kennen und schätzen sich, so dass der Dirigent mit wenigen, gezielten Gesten von den großartigen Musikern bekommt, was er sich wünscht. Ein tiefer Eindruck.

Der goldene Klang

Die Wiener Philharmoniker und Riccardo Muti in Berlin

Einmal im Jahr ehrt das Konzerthaus in Berlin einen Künstler mit einer Hommage – heuer allerdings wurde gleich einem ganzen Orchester diese Ehre zuteil, nämlich den Wiener Philharmonikern. Das Orchester war schon häufig im Konzerthaus am Gendarmenmarkt zu Gast, der in seiner klassizistischen Architektur (der Entwurf stammt von Schinkel) ja auch ein wenig an das Stammhaus der Wiener Philharmoniker, den Musikverein, erinnert. Mit mehreren großen Orchesterkonzerten, aber auch mit kammermusikalischen Beiträgen ist der exzellente Klangkörper aus Österreich in Berlin vertreten.

Nun war das Orchester unter der Leitung von Riccardo Muti zu erleben. Zwei sozusagen typisch wienerische Werke standen dabei auf dem Programm. Zunächst konnte man bei Mozarts Flötenkonzert in G-Dur (KV 313) erleben, dass Mozarts Musik auch ohne einen historisch informierten Zugang lebendig, interessant und leicht klingen kann. Unangestrengt und spielerisch glückte der erste und vor allem der dritte Satz. Karl-Hein Schütz, als Solo-Flötist des Orchesters Nachfolger des berühmten Wolfgang Schulz, überzeugte dabei mit einem klaren, direkten, leuchtenden Ton ohne viel Luft. Sehr schön gelang das Zusammenspiel mit dem charmanten, unaufdringliche Akzente setzenden Orchester. Vielleicht geriet das Adagio ein wenig zu sämig und spannungslos, aber das Rondo-Finale beglückte umso mehr mit tänzerischer Anmut und perfekter Tongebung.

Anton Bruckners 7. Sinfonie folgte nach der Pause. Muti wählte für den Kopfsatz ein sehr gemessenes Tempo, doch gerade diese Ruhe ermöglichte ungemein kraftvolle Steigerungswellen und einen durchhörbaren, fein austarierten Klang, in dem solistische Einzelheiten immer wieder als instrumentale Kostbarkeiten aufleuchteten. Die Transparenz war dabei dem großen, pathetischen Ausdruck keinesfalls hinderlich, wie das wirklich sehr langsame und sehr feierliche Adagio (so Bruckners Satzbezeichnung) zeigte. Die weichen, warm intonierten Bläserstimmen zum Ausklang des Satzes sind schöner und zugleich eindringlicher kaum denkbar. Dazu bildete das wilde Scherzo den denkbar schärfsten Konstrast. Muti und das Orchester kennen und schätzen sich, so dass der Dirigent mit wenigen, gezielten Gesten von den großartigen Musikern bekommt, was er sich wünscht. Ein tiefer Eindruck.

Berlin, Konzerthaus am Gendarmenmarkt, 18. Dezember 2018

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